Unit 7 – Lösungen
7.1 Er wünscht sich die Himmelsbahnen
Das Mondlicht ist silbern. Das ist ein silbernes Licht. Das ist das silberne Licht des Mondes.
Der Himmel ist blau. Das ist ein blauer Himmel. Das ist der blaue Himmel im Frühling, im Sommer, im Herbst und im Winter.
Die Nacht ist dunkel und mondlos. Das ist eine dunkle und mondlose Nacht. Die dunkle und mondlose Nacht ist finster und eiskalt. Das ist eine dunkle, mondlose, finstere und eiskalte Nacht. Die dunkle, mondlose, finstere und eiskalte Nacht ist lang und schrecklich und stürmisch. Das ist eine dunkle, mondlose, finstere, eiskalte, lange, schreckliche und stürmische Nacht. Die dunkle, mondlose, finstere, eiskalte, lange, schreckliche und stürmische Nacht ist endlich vorbei.
7.2 Worte und Träume
Ich folge den Eisenbahnschienen. Sie verlaufen unsichtbar unter der dicken Schneedecke. Zwei schmale Linien. Um mich herum sind senkrechte Berge. Der weiße Schnee ist gefroren. Ich bin ohne Handschuhe. Meine Hände sind kalt. Rechts an einem Felsen steht eine große, hell erleuchtete Orgel. Ich weiß, dass ich auf dieser Orgel spielen muss. Sie hat weiße und blaue Tasten. Sobald ich spiele, werden meine Hände warm. Die Noten werden zu Worten und zu traurigen und heiteren Liedern. Ich höre fröhliches Kinderlachen und herzzerreißendes Weinen. Ich habe Angst zu spielen, denn ich spiele Freude und Schmerz. Wenn ich nicht spiele, werden meine Hände kalt. Und die Welt um mich herum versinkt im Eis.
7.3 Die Toten im Zimmer 105
am Frühstückstisch (m, singular, D); bei Kaffee und Semmeln und Zigaretten (plural, D); den Herrn Hönig (m, singular, A); die Nachtschwestern (plural, N); sein winziger Abstand zu uns selbst (m, singular, N); eine Leere (f, singular, N); Frau Hönig (f, singular, N); für besondere Anlässe (plural, A); ihr schönes Kostüm (n, singular, A); im Schwesternzimmer (n, singular, D); in dem Lachen (n, singular, D); in der Nacht (f, singular, D); wir (personal pronoun, plural, N)
7.4 Die Stadt der Toten
Aus einem halbgeöffneten Eisentor winkt mir jemand zu.Ich beeile mich, dem Wink zu folgen. Der Mann, der aussieht wie einen Feuerfresser mit glühenden Augen, ist sicher an Gehorsam gewöhnt. Und ich bin froh, dass sich endlich jemand um mich kümmert. Der Koloss erweist sich als freundlicher. Er führt mich an der Hand in einen Hof voller Frauen, spielender Kinder und junger Männer, die rauchen. Es sind Zigeuner. Die Frauen kochen das Abendessen und decken den Tisch. Sie sind alle bildschöne und neugierige. Sie sehen zu mir herüber. Dabei lachen und flüstern sie. Um ihren Hals tragen sie eine Kette mit einem seltsamen Anhänger. Auch ich bekomme diese Kette. Der Anhänger sieht aus wie eingroßes T mit einer Art Sichel oder Halbmond darüber. Eine Verschmelzung aus christlichem und islamischem Symbol. Ich hänge mir die Kette um und weiß: Das ist mein neues Zuhause. Jetzt bin ich Teil dieser großen Familie.
7.5 Tauben im Gras
Philipp lag auf dem Patientenbett in Behudes verdunkeltem Behandlungszimmer. Behude sagte: „Es ist ein schöner Sommertag. Sie haben Urlaub. Sie liegen auf einer Wiese. Sie haben nichts zu tun. Sie sind ganz entspannt.“ Behude stand wie eine sanfte Traumfigur über den liegenden Philipp gebeugt. Die Traumfigur hatte ihre Hand sanft auf Philipps Stirn gelegt. Immer hatte Behude seinen Patienten schöne Urlaubstage vorgeträumt: Urlaub vom Wahn, Urlaub von der Angst, Urlaub von der Sucht, Urlaub von den Konflikten. Philipp dachte: „Ich träume nicht Behudes Traum, Behude sucht einen normalen Angestellten zu finden, ich hasse Wiesen, die Natur ist mir unheimlich, es gibt nichts Böseres als die Natur, nur der Schnee ist schön, der leise, der freundliche, der sanft fallende Schnee.“ Behude sagte: „Sie ruhen aus. Sie sind glücklich. Keine Sorgen können Sie erreichen. Keine schweren Gedanken belasten Sie. Sie fühlen sich richtig wohl. Sie schlummern. Sie träumen. Sie träumen nur angenehme Träume.“
Textproduktion (Beispiele)
Wenn ich im Park oder im Wald bin, bin ich glücklich. Ich liege auf der Wiese, um mich zu entspannen. Sie ist weich und frisch. Um mich herum sind bunte und duftende Blumen, und ich wollte für immer hier auf dem Gras bleiben. Ich blicke nach oben und beobachte das tanzende Laub der Bäume. Ich kann das Rascheln der grünen Blätter im Wind hören, zusammen mit dem melodischen Singen der Vögel.
(Francesca D'Angelo)
Drin liege ich, wo der dunkle, grüne Horizont erscheint
ich jage dieser typischen, schattenlosen Wiese nach,
obwohl mir die umliegenden, gefährlichen Zähne der Finsternis wie ein freundlicher,
besiegter Feind scheinen.
Wie viel Rauben Schmerz an unserer kindlichen, heimischen Erde verursacht.
Lass brennen und verbrennen, wenn vor mir die schreckliche, fortreitende, tropische
Abholzung entsteht.
Ebenso erkennst du die Zeichen einer flüchtenden leeren Flur, dann die Sternennacht.
Schaue darauf zurück, wo den Sternen ein angrenzender, blasser See.
Wie es immer war, ferne Pfade überschneiden sich und die Wellen leuchten weise
und leise.
(Matteo Raparelli)
Quellen:
Arno Holz, Phantasus
Rammstein, Reise, Reise
Rammstein, Sonne